Informationen für Menschen mit Autismus und Angehörige
In diesem Bereich finden Sie Antworten auf einige Fragen zum Thema „Autismus und Arbeit“, die sich an autistische Arbeitnehmende richten. Am Ende dieses Abschnitts erhalten Sie auch eine Übersicht über mögliche Anlaufstellen, an die Sie sich wenden können, um darüberhinausgehende Informationen und Unterstützung zu bekommen.
Was sind Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben?
Bei den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben handelt es sich um Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Diese können auch von Menschen mit einer Autismus-Diagnose in Anspruch genommen werden.
Ausführliche Informationen zum Thema bietet der Leitfaden „Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Autismus“.
Wie kann ich Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beantragen?
Erste Informationen zum Antragsverfahren finden Sie auf den folgenden Seiten:
Alle Leistungen können auch als Persönliches Budget beantragt werden. Informationen zu dieser Leistungsform enthält das Positionspapier der Bundesarbeitsgemeinschaften Unterstützte Beschäftigung (BAG UB e.V.) und Persönliches Budget (BAG PB e.V.).
Wie finde ich einen Praktikums- oder Ausbildungsbetrieb?
Informationen zu Ausbildungsbetrieben in der Region bieten der Ausbildungsatlas sowie die Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer. Oft können in Ausbildungsbetrieben auch Praktika absolviert werden.
Ansprech- und Beratungsstellen für alle Ausbildungsfragen sind generell die Industrie- und Handelskammer Trier (IHK) sowie die Handwerkskammer Trier (HWK)
Bewerbungsprozess mit ASS: Was ist wichtig?
Dritte Seite:
Die Dritte Seite bietet die Möglichkeit, in der Bewerbung zusätzliche Informationen anzugeben, für die im Anschreiben kein Platz besteht. Die Dritte Seite ist freiwillig und sollte nach dem Lebenslauf platziert werden.
Sie kann z.B. genutzt werden, um die Diagnose offen zu legen und zu erläutern, welche Stärken der eigene Autismus mit sich bringt. Sie kann auch dazu dienen, hilfreiche Rahmenbedingungen zu benennen, um am Arbeitsplatz besser zurechtzukommen. Das können z.B. eine feste Ansprechperson, die Formulierung klarer Arbeitsaufträge oder zeitliche Strukturierungshilfen etc. sein.
Ein offener Umgang mit dem Autismus ist empfehlenswert, weil sich die Arbeitgebenden und Kollegen*innen dadurch besser darauf einstellen können und ein entspannteres und effektiveres Arbeiten möglich wird.
Dieses Beispiel ist eine Möglichkeit, wie eine Dritte Seite gestaltet werden kann.
Tools zur Berufsfindung bzw. -orientierung:
Wer noch unsicher hinsichtlich passender Berufe und Tätigkeiten ist, kann die folgenden Tools nutzen, um das eigene berufliche Profil genauer zu bestimmen:
Ermittlung geeigneter Rahmenbedingungen für einen Ausbildungs-/Arbeitsplatz
Wenn Sie nicht genau wissen, welche Rahmenbedingungen für Sie als Mensch mit Autismus gut sind, können Sie den Fragebogen „Kommunikationshilfe autistische Besonderheiten“ nutzen.
Dieser kann auch für die Zusammenarbeit mit Arbeitgebenden verwendet werden, um mit den Ansprechpartner*innen im Betrieb über passende Rahmenbedingungen und Unterstützungsmöglichkeiten zu sprechen.
Soll ich offen mit meiner Diagnose umgehen?
Der Umgang mit einer Autismus-Diagnose fällt nicht immer leicht. Wenn Sie eine Entscheidungshilfe benötigen, können Sie diese Informationen zum Umgang mit einer Autismus-Diagnose nutzen.
Anregungen für eine Entscheidung finden Sie auch auf der Seite „Sag ich’s“.
Welche Möglichkeiten habe ich mit einer Werkstattberechtigung?
Menschen mit einer Werkstattberechtigung stehen ergänzend zur Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) Alternativen zur Verfügung, zu denen andere Leistungsanbieter (aLa), das Budget für Ausbildung oder auch das Budget für Arbeit zählen. Diese sind im Schaubild unter der Überschrift „Teilhabe (rechtlich) außerhalb allgemeiner Arbeitsmarkt“ aufgeführt.
Ausführliche Informationen zu den unterschiedlichen Maßnahmen enthält der Leitfaden „Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Autismus“.
Hinführung zur Arbeitsfähigkeit
Tagesförderstätten (TAF) sind Einrichtungen für Menschen, die keine sog. „verwertbare Arbeitsleistung“ erbringen können. Sie gelten als Förderbereich einer WfbM mit dem Ziel, die Erwerbsfähigkeit zu verbessern, um perspektivisch in den Arbeitsbereich der WfbM wechseln zu können. Tagesförderstätten zählen zu den Leistungen zur Sozialen Teilhabe der Eingliederungshilfe. Die Beantragung erfolgt beim Sozialamt der zuständigen Kommune – es besteht allerdings kein Rechtsanspruch.
Anbieter von Tagesförderstätten in der Region:
Eventuell kommt eine medizinische Rehabilitation zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation in Frage. Allgemeine Informationen zur medizinischen Reha finden Sie hier.
Was bringt mir die Feststellung des Grades der Behinderung (GdB)?
Der Grad der Behinderung (GdB) beziffert das Maß für die körperlichen, geistigen,
seelischen und sozialen Auswirkungen einer Funktionsbeeinträchtigung im Alltag. Auch Menschen mit Autismus können einen Antrag auf GdB stellen, es gibt aber keine Verpflichtung dazu.
Eine Entscheidungshilfe, ob die Beantragung eines GdB Sinn macht oder nicht, bieten diese Informationen zum GdB und zum Antragsverfahren.
Was muss ich beachten, wenn ich einen Führerschein machen möchte?
Der Führerschein ermöglicht insbesondere in ländlichen Regionen die Teilhabe an vielen Lebensbereichen. Auch zum Erreichen einer Arbeitsstelle ist er häufig Voraussetzung. Durch die unterschiedlichen Auswirkungen des Autismus ist es jedoch möglich, dass Einschränkungen beim Führen von Fahrzeugen bestehen können. Diese müssen gewissenhaft bedacht werden.
Hier finden Sie Informationen zum Thema „Autismus und Führerschein“.
Wo erhalte ich als Mensch mit ASS Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten?
Darüber hinaus bietet der Bürgerservice eine spezielle Teilhabebegleitung an:
Wichtig: Die Finanzierung der Teilhabebegleitung erfolgt über das persönliche Budget durch die Agentur für Arbeit. Eine Teilnahme an der Teilhabebegleitung muss deshalb vorab bei der Agentur für Arbeit beantragt werden.
Wo finde ich allgemeine Informationen zum Thema Autismus in der Region?
Generelle Auskünfte bietet der „Wegweiser Autismus“ über die FamilienApp der Stadt Trier.
Weitere Angebote
Derzeit planen wir die Weiterführung der folgenden Angebote:
- Arbeitnehmer*innen-Treffen
- Elternkreise zu den Themen Arbeiten und Wohnen
- Online-Fortbildungen
Sobald die Finanzierung gesichert ist und Termine feststehen, werden diese hier bekannt gegeben.